Innovationsthemen

Das Bündnis Innovatives Ostfriesland unterstützt zielgerichtet Innovationsfelder der Region, die auf die Zukunftsfähigkeit abzielen. In diesem Kontext erfolgt insbesondere getrieben durch die fortschreitende Digitalisierung und Energiewende in den Sektoren Logistik, Automatisierung und Systemsteuerung, Wasserstoff und Kulturtourismus ein struktureller Umbruch. 

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WASSERSTOFF

Die Region Ostfriesland zeichnet sich durch seine Vorreiterrolle im Bereich der Windenergie aus. Seit dem Start des Erneuerbaren Energien Gesetzes im Jahr 2000 in Deutschland wurde jede zwanzigste Windenergieanlage (WEA) auf nur einem Hundertstel der deutschen Fläche aufgestellt: in Ostfriesland.

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LOGISTIK

Aktuell ist die Logistikbranche in der Region breit aufgestellt: allein 1.250 Betriebe der Region zählen zur Branche „Verkehr und Lagerei". Hinzu kommen weitere Betriebe, die z.B. im IT-Bereich an technischen Lösungen für logistische Fragestellungen arbeiten.
 

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KULTURTOURISMUS

 

Die Tourismusbranche ist für die Region Ostfriesland von elementarer Bedeutung: Rein rechnerisch können weit über 60.000 Beschäftigte ihren Lebensunterhalt vom Tourismus bestreiten. Rund 30 Prozent aller touristischen Übernachtungen in Niedersachsen entfallen auf die Region Ostfriesland.

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AUTOMATISIERUNG UND SYSTEMSTEUERUNG

Ziel des Innovationskonzeptes „Innovatives Ostfriesland“ ist es, besonders zukunftsfähige Technologiefelder (Megatrends), zu denen bereits regionale Stärken in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft vorhanden sind, zu identifizieren und diese langfristig strategisch für die Gesamtregion Ostfriesland zu entwickeln. 

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WASSERSTOFF

Die Energieinfrastruktur in Ostfriesland ist durch eine besondere Lagegunst gekennzeichnet. Mit den Anlandepunkten für norwegisches Erdgas in Emden und Dornum befinden sich eine der wichtigsten Erdgasdrehscheiben Europas in Ostfriesland. Mehrere Kavernenspeicher für Gas sowie die Netzanbindung zu den Offshore Windparks der Nordsee runden das Bild ab.

Dabei sehen die Bündnisbeteiligten von “Innovatives Ostfriesland”  im Wesentlichen die nachfolgenden drei Anknüpfungspunkte, um die Herausforderungen des Strukturwandels mit Hilfe der Wertschöpfung aus einer grünen Wasserstoff-Wirtschaft zu meistern.

Offshore-Wasserstoff
In dem Teilprojekt “Offshore Wasserstoff” untersucht die Hochschule Emden/Leer gemeinsam mit interessierten Institutionen und Unternehmen, unter welchen Voraussetzungen Wasserstoff in Offshore-Elektrolyseuren erzeugt werden kann. Würden ausschließlich Offshore Windkraftanlagen (WEA) diesen Stromertrag liefern, bräuchte es, aufgrund der hohen Volllaststunden, zwischen 50-70 % weniger installierte Kapazität als bei Onshore WEA.  Eine direkte Nutzung von Strom aus der Offshore Windenergie für die Elektrolyse kann damit eine effizientere und weniger volatile Wasserstofferzeugung darstellen. Neben der technologischen Entwicklung des Elektrolyseurs, der an die besonderen korrosiven Bedingungen angepasst werden muss, werden die unterschiedlichen Möglichkeiten des Wasserstofftransports an Land eruiert sowie eine Arbeitspaket-übergreifende wirtschaftlich-technische Analyse vorgenommen.

Wasserstoff in der maritimen Anwendung
Im Teilprojekt “Wasserstoff in der maritimen Anwendung” adressiert die Hochschule Emden/Leer gemeinsam mit interessierten Institutionen und Unternehmen die technologische Entwicklung von Speicher- und Antriebssystemen für die Schifffahrt. Hier kann an die Ergebnisse des Wassertaxis aus dem Interreg Projekt H2Watt angeknüpft werden. Die Untersuchungen zum Fahrverhalten des Modellschiffes können im Labor des maritimen Technikums der Hochschule erfolgen.

Das Energiesystem von Morgen: Implementierung von Wasserstoff in unseren Energiemix
Die Einbindung von Wasserstoff in unser Energiesystem erfordert die Abstimmung zwischen und innerhalb der Sektoren. Die Ergebnisse dieses Teilprojektes helfen bei der Auswahl von Sektoren, Technologien und Netzanschlüssen, die etwa für Wohn- oder Industriegebiete, Industrieanlagen oder regionale Energienetze in Betracht kommen. Sie bieten wichtige Entscheidungshilfen bei Planung, Design und Implementierung von jeder Art von Energienetzwerken. Des Weiteren lassen sich Szenarien zur Entwicklung klimazielkonformer Energiesysteme entwerfen und analysieren oder die Auswirkungen von Förderinstrumenten und deren Mechanismen sowohl auf strukturelle (langfristiger Planungshorizont), als auch auf betriebliche Entscheidungen bestehender Energiesysteme (kurzfristiger Planungshorizont) bewerten.

 


LOGISTIK

Um die Herausforderungen durch die Digitalisierung, den Klimawandel, aber auch durch die demografische Entwicklung erfolgreich zu meistern, gilt es, bestehende Unternehmen zukunftsfähig zu entwickeln sowie die Region durch die Gründung von Startups im Logistikbereich zu stärken. Verschiedene Technologien bieten sowohl in der Inter- als auch in der Intralogistik vielfältige Möglichkeiten, unterschiedliche strategische Fragestellungen des regionalen Strukturwandels zu adressieren.

Innovationsschwerpunkte der Firmen aufgreifen
Die vielschichtigen Innovationsthemen der Logistik erstrecken sich über neue Entwicklungen und Anwendungen in den Bereichen Lager, Kommissionierung und Bin-Picking sowie Auto ID, Fahrerlose Transportsysteme (FTS, indoor/outdoor), Drohnen, Security und Verkehrssimulation. Die Anwendungsmöglichkeiten können dabei sehr unterschiedlich ausfallen und sind nicht nur auf Firmen der Logistikbranche beschränkt. Ziel ist es, gerade für den regionalen Mittelstand, die kleinen und mittelgroßen Unternehmen, leicht zugängliche und ebenso individuelle Ergebnisse zu entwickeln, die gleichzeitig auf ähnliche Fragestellungen übertragbar sind. Weiterhin sind einige Themen in Bereichen wie Ressourcenschonung oder Systemanwendungen (z.B. Yard Management Systeme) für KMUs nur im Verbund mit anderen Unternehmen technologisch wie auch ökonomisch sinnvoll nutzbar. Hier bietet „Innovatives Ostfriesland“ ein regionales Netzwerk, in dem technologische wie ökonomische Synergien gehoben werden können.

Als Querschnittsthema andere Innovationsentwicklungen befördern und stärken
Die Vielfältigkeit der logistischen Themen zeigt sich auch in ihrer branchenübergreifenden Anwendung für verschiedenste Lösungen. So tangieren diese zum Beispiel auch sämtliche Tourismusbetriebe. Die Interdisziplinarität sowohl in der Anwendung als auch in der Entwicklung bietet die Chance einer engen Zusammenarbeit von Hochschule und regionalen Unternehmen, um gemeinsam innovative Lösungen zu erarbeiten. Ein Rollout der Best-Practice Lösungen auf weitere Betriebe unterschiedlichster Branchen sowie auf weitere ostfriesische Gewerbegebiete fördert die regionale Entwicklung durch die gezielte Anwendung neuer, effizienterer und zukunftsorientierter Technologien.

Das Ziel: Operational Excellence
Schlussendlich soll ein permanenter Informations- und Technologieaustausch in allen Elementen der Supply-Chain unter Einbeziehung verschiedener regionaler und überregionaler Akteure aus diversen Branchen erreicht werden. Die erste lokale Projektverortung wird direkt vor den Türen des Emder Industrieparks erfolgen. Hier steht mit The HUB EMDEN ein umfangreicher Erprobungsbereich mit direktem Austausch mit Unternehmen zur Verfügung, der zugleich alle Freiheiten und Möglichkeiten für den Aufbau neuer Strukturen bietet. Mit dem Institut für Operational Excellence wird die Forschung und Entwicklung zukunftsfähiger Konzepte in der Logistik vorangetrieben, um somit gemeinsam mit den Unternehmen der Region Ostfriesland als Logistikstandort zu festigen. Die in Best Practice Beispielen sowie durch die Synergien am Emder Standort gewonnen Erkenntnisse sollen daher langfristig nach Anpassung auf die individuellen Gegebenheiten auf alle Gewerbegebiete Ostfrieslands ausgerollt werden.

 


KULTURTOURISMUS

Der Beitrag der Tourismusbranche zur Bruttowertschöpfung liegt bei über 3 Milliarden Euro im Jahr, das entspricht rund der Hälfte des Gesamtbruttoumsatzes in der Region.
 
In 2016 wurde Ostfriesland als Kulturmodellregion des Bundes (BMWI) ausgewählt. Das kulturelle Angebot trägt maßgeblich nicht nur zur Attraktivität, sondern vor allem auch zur Wertschöpfung in der Region bei. Der Kulturtourismus steht zugleich jedoch vor großen Herausforderungen: Die Anforderungen der Europäischen Klimaschutzpolitik (allen voran der "European Green Deal"), aber auch die Erwartungen jüngerer Generationen (u.a. die Fridays-for-Future-Bewegung) machen hier einen Transformationsprozess der Branche mit nachhaltigen, digitalen und innovativen Konzepten erforderlich.

Mit dem geplanten Forschungsprojekt der Hochschule Emden/Leer, der Ostfriesischen Landschaft und der Ostfriesland Tourismus GmbH sollen in umfassenden Studien empirische Erkenntnisse gewonnen werden. Darauf aufbauend werden zukunftsfähige Konzepte in enger Abstimmung mit regionalen Innovatoren entwickelt, getestet und den Touristikern und Kulturschaffenden in Ostfriesland zugänglich gemacht. Perspektivisch sollen dabei auch die technologischen Entwicklungen in den anderen Themenschwerpunkten des Bündnisses „Innovatives Ostfriesland“ zur Transformation der Branche eingesetzt werden.

Das derzeit geplante Forschungsprojekt soll modular in Teilprojekten durchgeführt werden. So soll das Forschungsfeld „Kulturtourismus“ aus verschiedenen Perspektiven in insgesamt sieben Modulen umfänglich untersucht werden. Dabei kann zwischen vier aufeinander aufbauenden Phasen unterschieden werden: Aufarbeitung, Grundlagenbildung, Vertiefung und Verwertung.


AUTOMATISIERUNG UND SYSTEMSTEUERUNG

Die Digitalisierung von Produktions- und Geschäftsprozessen ist zweifelsohne ein solcher Megatrend, der z. Zt. vornehmlich in der Industrie vorangetrieben wird. Intelligente, vernetzte Produktionsmaschinen „nehmen ihre Umgebung sensorisch wahr“, kommunizieren über unterschiedlichste Protokolle untereinander und mit autarken Logistikeinheiten. Im Produktionsumfeld ist die Digitalisierung in der Industrie bereits voll in der Umsetzungsphase und hat in der Sensorik- und Messtechnikbranche in den letzten zehn Jahren bereits zu zweistelligen Umsatzsteigerungen geführt, die nur durch die aktuelle Pandemie kurzzeitig gedämpft wurden.  
 
Ostfriesland hat im Landkreis Leer mit dem Unternehmensverbund der ELV Elektronik AG und seinem Schwesterunternehmen, der eQ-3 AG, einen europäischen Marktführer in der „Digitalisierungsnische“ des Smart-Home. Auch dieser Bereich ist sehr stark wachsend und im Gegensatz zur Digitalisierung im Produktionsumfeld noch in einem früheren Stadium der breiten Umsetzung, so dass hier sehr hohe Potenziale für diese Branche prognostiziert werden.
 
Es soll am Standort Leer ein Institut für diese stark an Bedeutung gewinnende Nische des allgemeinen Digitalisierungstrends entwickelt werden. Ziel ist eine unternehmensorientierte Forschung und ein umfassendes Ausbildungsangebot von Studienschwerpunkten über Promotion bis hin zu konkreten berufsbegleitenden Weiterbildungen z.B. für Gebäudeelektroniker*innen über das zu schaffende Institut für ganz Ostfriesland anzubieten.